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Kunstwerk der Woche #artworkoftheweek

Ute Heuer - One Stroke 1-8 (Farbskala) Haus Harig, 2001

 

Ute Heuer reduziert ihre Malerei auf das Substantielle: „Farbe, nichts als Farbe, aufgetragen mit einem Pinsel, der so breit ist, wie die Fläche der Leinwand, auf der er seine Spuren hinterlässt“ (U. Sinnreich, 2008). Die Konzentration auf die Grundkonstante der Malerei umschreibt die Künstlerin selbst als „Rückführung der Malerei an ihren Ursprung“, dabei erprobt sie die maximale Präsenz der Farbe losgelöst von symbolgeladenen Gegenstandswelten. In ihrer konzeptionellen Farbmalerei, die Heuer seit den frühen 90er Jahren in mehreren Stufen entwickelte, macht sich die Künstlerin Gedanken über die Fundamente des malerischen Prozesses und untersucht die optische Wirkung der Farbmischung.

Sie malt auf dem Boden auf mehreren Leinwänden, die jeweils Stoss an Stoss angeordnet sind und mit unterschiedlichen unvermischten Tubenfarbenfarben monochrom bemalt werden. Die Künstlerin fährt mit dem Pinsel über die noch nasse Ölfarbe der ersten Leinwand und schleppt diese sozusagen in den Borsten mit auf die nächste andersfarbige Leinwand, die wiederum Ölfarbe abgibt und spurenweise ins nächste Bild führt – und das selbe Prozedere zieht sich bis zur letzten Leinwand einer Serie weiter. Die letzte Leinwand einer Abfolge beinhaltet folglich die Summe aller Grundfarben, welche Heuer für eine ihrer Bilderreihen heranzieht. Dabei übernimmt sie die Reihenfolge der liegend entstandenen Werke bei der Präsentation an der Wand.
Ute Heuer beschäftigt sich in ihrer Malerei nicht nur mit dem Zusammenspiel von Grundfarben untereinander – in ihren Werken ergründet sie die physische und wahrnehmungspsychologische Dimension der Farbe.  
Ute Heuer wurde 1964 in Braunschweig geboren und studierte Malerei an der Hochschule für Bildende Kunst in Braunschweig bei Prof. Lienhard von Monkiewitsch und Prof. Roland Dörfler. Seit 2011 ist sie Professorin für Malerei an der Hochschule Hannover.

Ute Heuer - One Stroke 1-8 (Farbskala) Haus Harig