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#artworkoftheweek

Sabine Hertig - Landscape Nr. 4, 2011-2012 - Artwork of the week

   

Sabine Hertig - Landscape Nr. 4, 2011/2012
Acryl, Mischtechnik und Collage auf Leinwand
210 x 560 cm, achtteilig

Klassisches Medium der Collage neu gedacht:

Für Sabine Hertig widerspiegelt das mehrperspektivische Moment in ihrem Werk die Alltagssituation des modernen Menschen, in der oft verschiedene Handlungen gleichzeitig erledigt werden. Zentral in den Collagen ist die Bewegung, das Eintauchen ins Bild.
So scheint etwa die 210 x 560 cm messende, aus acht Tafeln zusammengesetzte Arbeit «Landscape Nr. 4» aus unzähligen wellenförmigen Strukturen zu bestehen, die einem Wirbelsturm gleich eine magische Sogwirkung entfalten. Die Künstlerin erweitert das Genre der Collage durch den Einsatz multimedialer Elemente. Die eingebauten LED-Screens und Lautsprecher greifen immersiv in den Raum ein und geben dem Werk eine performative Ebene. 

„Wer sich vor die teils grossflächigen Klebemalerei-Panneaux stellt, taucht denn auch, mit zunehmendem Abstand, in drei unterschiedliche Bildräume ein, die sich alsbald zum impliziten Vorder-, Mittel- und Hintergrund spiegeln: Wir bewegen uns von einem Vexier- in ein Magic-Eye-3D-Bild und schliesslich in ein abstrakt gezähmtes Wimmelbild voller Anmutungen von heroischen Strudel- oder Höhlenlandschaften.“ (Dr. Hansmartin Siegrist, Medienwissenschaftler Universität Basel)

Hertig kann verschiedenste Medien so selbstverständlich vereinen, dass sie nicht mehr einfach auseinandergehalten werden können: Auf engem Raum visualisiert sie das immense kollektive Bildergedächtnis der heutigen Zeit und im Übertragenen Sinn sogar das geordnete Wirrwar des Internets. Gleichzeitig erneuert sie den klassischen Malereibegriff. Für die Künstlerin ist «alles formbares Material»: Ein Zeitungsbild sei ein Farbfleck, ein Videobild ein sich bewegender Farbfleck.» «Alles kann ich gleichwertig für ein Bild nutzen», meint Hertig. Was sie tue sei nichts anderes als malen.