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Rudolf Urech-Seon

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Ab dem 3. November zeigt bromer kunst in den neuen Räumlichkeiten des Erweiterungsbaus eine Kabinettausstellung mit Werken des frühen abstrakten Schweizer Malers Rudolf Urech-Seon (1876-1959).

Ausstellungsansichten

Ausstellungsansicht mit Werken von Rudolf-Urech Seon (Foto: Markus Beyeler)

Ausstellungsansicht mit Werken von Rudolf-Urech Seon (Foto: Markus Beyeler)

Ausstellungsansicht mit Werken von Rudolf-Urech Seon (Foto: Markus Beyeler)

Ausstellungsansicht mit Werken von Rudolf-Urech Seon (Foto: Markus Beyeler)

Zur Ausstellung
Zur Ausstellung

Rudolf Urech-Seon (1876 – 1959) gehört zu den eigenwilligsten Schweizer Kunstschaffenden des 20. Jahrhunderts. Ende der 1920er-Jahre entwickelt der Maler und Zeichner eine Formensprache, in der er seine natürliche Umgebung in reduzierende Flächen und Linien aufteilt. Damit gehört Urech- Seon zu den ersten Schweizer Künstlern, die sich der Abstraktion verschreiben. Er verarbeitet in seinem Werk insbesondere die Landschaft rund um sein Geburtsdorf Seon, Kanton Aargau. Um sich vom gleichnamigen Grafiker Rudolf Urech (1888 – 1951) abzuheben, fügt er seinem Namen den Zusatz «-Seon» hinzu. Die topografischen Eigentümlichkeiten des Seetals, die lokale Pflanzenwelt und die Industrialisierung bilden Hauptelemente des Werkes und werden von Urech- Seon immer wieder neu interpretiert und abgebildet. Sein Schaffen ist die beeindruckende Metamorphose eines stillen Arbeiters, welcher sein Geburtsdorf im Herzen der Schweiz nie für längere Zeit verlässt und trotzdem an wichtigen Ausstellungen teilnimmt – unter anderem am Salon des Réalités Nouvelles (Paris) oder in der Galerie Des Eaux-Vives (Zürich) . Nach einer Ausbildung zum Flachmaler ist die erste Schaffensphase der konkreten Landschaftsmalerei gewidmet – unter dem Einfluss des deutschen Impressionismus und inspiriert durch Ferdinand Hodler (1853 – 1918) . Im Laufe der 1920er-Jahre konzentriert sich Urech-Seon in seinen Kompositionen auf konstruktive Elemente der Bildgegenstände wie Linie, Fläche und Rhythmus. Geprägt durch das Geschehen des Zweiten Weltkrieges finden kürzelhafte Bildzeichen und amorphe Figuren in Rot und Braun Einzug in das Werk. Ab 1945 entstehen malerische Arrangements mit geometrischen, rund geschwungenen Formen und in leuchtenden Farben. Das Alterswerk bildet den Höhepunkt seines Schaffens und ist gekennzeichnet durch ein stark reduziertes Farbenrepertoire und eine repetitiv eingesetzte Formensprache.

Ausgestellte Werke
Ausgestellte Werke
Zum Künstler
Rudolf Urech-Seon
Seon, 1876 — 1959

Nach der Flachmalerlehre gründete Rudolf Urech (18.2.1876, Seon - 23.7.1959, Seon) 1905 in seinem Heimatdorf Seon im Kanton Aargau ein Malergeschäft und heiratete im selben Jahr Marie Baumann. Trotz einer gesicherten familiären und beruflichen Situation, entschied sich Urech von 1913 bis 1916 die Münchner Kunstakademie zu besuchen und eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen. 1918 kehrte er nach Seon zurück und verlässt ab dann das Dorf nur noch selten. Fortan nennt er sich Urech-Seon, um sich vom gleichnamigen Basler Maler Rudolf Urech (1888–1951) abzugrenzen.
Rudolf Urech-Seon begann seine künstlerische Karriere als naturalistischer Landschaftsmaler, was ihm 1920 zu einer Mitgliedschaft in der GSMBA und kantonalen Ausstellungen verhalf. Aber schon bald entwickelte er Kompositionen, in denen er sich auf die konstruktiven Elemente wie Linie, Fläche und Rhythmus konzentrierte, was bis hin zu einer abstrakten Kunst mit geometrischen und rund schwingenden Formen in intensiven Farben führte. Urech-Seon wird damit zum ersten und lange Zeit einzigen abstrakten Maler im Kanton Aargau. In seinen heimischen Künstlerkreisen wurde sein Weg in die Abstraktion jedoch stark kritisiert.
Mangels Gleichgesinnten in der regionalen Künstlerschaft orientierte sich Urech-Seon an den Ausstellungen der Avantgarde in Zürich und Basel (1932 Picasso, 1933 Braque, 1938 Le Corbusier) und fand dort die Bestätigung für seinen eigenen künstlerischen Weg. Erst als der Künstler 1947 der Allianz (Vereinigung der modernen Künstler in der Schweiz) beitrat, erfährt seine Arbeit Anerkennung. Folglich konnte er seine Werke in den drei Allianz-Ausstellungen im Kunstverein St. Gallen (1947), im Kunsthaus Zürich (1947) und im Helmhaus Zürich (1954) zeigen, sowie 1948 und 1950 im Rahmen des Salon des Realités Nouvelles in Paris.

 

Ausstellungen (Auswahl)

2017/2018 Rudolf Urech-Seon, Bromer Kunst, Roggwil.
2007 Ein Kunst Haus. Sammeln und Ausstellen im Aargauer Kunsthaus, Aargauer Kunsthaus, Aarau
2006/07 Kunst grenzenlos, Augustinermuseum, Freiburg im Breisgau
1991 Rudolf Urech-Seon 1876 - 1959, Aargauer Kunsthaus, Aarau
1981 Dreissiger Jahre Schweiz. Konstruktive Kunst 1915-1945, Kunstmuseum Winterthur
1948/50 Salons des Réalitées Nouvelles, Paris
1947 Allianz, Kunsthaus Zürich
1924/28 Kunsthaus Zürich
1919/20 Kunsthalle Basel

Literatur (Auswahl)

Daniel Gutscher und Christian Herren (Hg.): Rudolf Urech-Seon 1876 - 1959. Tritt in die Neuzeit, Zürich 2017.
Rudolf Urech-Seon 1876 - 1959, Ausst.-Kat. Aargauer Kunsthaus, Aarau 1991.

Link

www.urech-seon.ch