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Elisabeth Iwanowna Epstein

Schytomyr/Ukraine, 1879 — 1956
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Elisabeth Iwanowna Epstein (*11.3.1879 Schytomyr/Ukraine - 22.1.1956 Genf) war eine russische Malerin der Moderne, die in Russland, Deutschland, Frankreich und in der Schweiz lebte und arbeitete. Bis 1989 war Epstein, wie viele andere Frauen in der Kunst, nur durch wenige Erwähnungen in der kunsthistorischen Literatur bekannt. Inzwischen bemühen sich Kunsthistoriker den lückenhaften Lebenslauf von Epsteins herausragender Persönlichkeit zu rekonstruieren. 
Ihre erste künstlerische Ausbildung erhielt Elisabeth Hefter 1895 bis 1897 bei dem impressionistischen Maler Leonid Pasternak, der an der Moskauer Schule für Malerei, Bildhauerei und Baukunst lehrte. Ab 1896 bildete sich Epstein im Atelier des Slowenen Anton Ažbe in München bis 1904 weiter. Dort lernte sie Wassily Kandinsky und Alexej Jawlensky kennen. Zusammen mit diesen und weiteren avantgardistischen russischen Künstlern verkehrte sie im rosafarbenen Salon der Baronin Marianne von Werefkin. 1910 siedelte Epstein nach Paris über, wo sie am Salon d’automne  ihre Werke ausstellen konnte. Die Künstlerin wurde damals zur wichtigsten Kontaktperson für Kandinsky und Franz Marc zur Pariser Kunstszene. Sie war es, die den bedeutungsvollen Kontakt von Delaunay zu Kandinsky vermittelte. Eines ihrer Porträts und eines ihrer Stillleben aus jener Zeit wurden von Kandinsky und Marc in der ersten Ausstellung der Redaktion Der Blaue Reiter präsentiert.
In Herwarth Waldens Kunstzeitschrift Der Sturm erschien 1912 ihre theoretische Abhandlung „Einige Gedanken über Bildentstehung“, in der sie sich unter anderem mit dem Kubismus auseinandersetzte. 1913 publizierte sie einen weiteren Aufsatz in derselben Kunstzeitschrift mit dem Titel Das Lächerlichsein, in demsich die Künstlerin zur Abstrakten Kunst äussert: „Der Drang nach Abstraktion wird immer größer; dies echte Bedürfnis dringt immer und immer weiter und Abstraktion wird erste Forderung.“
In Epsteins Bilder, die ab den späten 1920er Jahren entstanden, finden sich kubistische und reduzierte Formen sowie die charakteristische Farbigkeit des frühen Kubismus.