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#artworkoftheweek

Eduard Boss - Portrait eines Bauern mit Tabakpfeife, 1911

  

Eduard Boss - Portrait eines Bauern mit Tabakpfeife, 1911
Öl auf Leinwand
41 x 33 cm

Nach einer Grundausbildung an der Kunstschule in Bern studierte Eduard Boss (1873-1958) an der École des Beaux-Arts in Genf und an Akademie der Bildenden Künste München. Eine Studienreise führte den Künstler in die Kunstmetropole Paris, wo er vermutlich von Paul Cézanne unterrichtet wurde. In Bern sesshaft, gehörte Boss nach dem Ersten Weltkrieg zu den bekanntesten Schweizer Malern und war von 1922 bis 1926 Mitglied der Eidgenössischen Kunstkommission. Motive aus seiner näheren Umgebung bildeten die Grundlage für Boss‘ Malerei; er malte die Landschaft des Aaretals und verewigt Bauern und Arbeiter in Genredarstellungen. Er war mit Ferdinand Hodler befreundet und ein Vertreter dessen „Berner Schule“. Besonders bei den Werken um 1910 ist eine stilistische Verwandtschaft mit Hodler festzustellen.

Im Gemälde Portrait eines Bauern mit Tabakpfeife von 1911 bildet Eduard Boss den älteren Herren mit lockeren, gestischen Pinselstrichen und einer gewissen Leichtigkeit nach. Kontrolliert und klar wird der starke Blick des Mannes eingefangen, der den Betrachter direkt konfrontiert. Der Kopf wird von einem abstrahierten, dunkelgrünen Blattwerk umgeben, welches jedoch nicht vom Gesicht des Porträtierten ablenkt, sondern vielmehr dessen Ausdruck und Realismus verstärkt. Boss gelingt es, dieses von der harten Arbeit geprägte Antlitz mit den Primärfarben Rot, Gelb und Blau in einer äusserst naturalistischen Weise nachzubilden und zeigt den Bauern voller Würde und Stolz.