Direkt zum Inhalt
|
Intro
Robert Schaberl

Robert Schaberl - Die Magie der Zentralform

Robert Schaberls "Zentralformen" assoziiert man mit Kontemplation, Unendlichkeit und Perfektion. Mit seiner speziellen Technik, in welcher er bis zu 100 Schichten hauchdünn Acrylfarb- und Interferenzpigmentschichten übereinander malt, entsteht ein verblüffender Effekt. Je nach Standpunkt und Lichteinfall ändert sich die Farbe des Gemäldes. Robert Schaberls Werke werden nie langweilig und überraschen immer wieder auf's Neue mit überraschendem Farbenspiel.

Das Kreis-Symbol

Das Kreis-Symbol steht für Einheit, Vollkommenheit oder Unendlichkeit. Im künstlerischen Wirken von Robert Schaberl spielt die Kreisform eine grosse Rolle. Seine Zentralformen, wie er sie nennt, ziehen den Betrachter in das Bild wie in einen Tunnel. 

„Warum sieht die Farbe jetzt anders aus, wenn ich hier stehe wie dadrüben?“

– Robert Schaberl in einem Interview
Magische Pigmente

Eine weitere Besonderheit seiner Werke erschliesst sich dem Betrachter jedoch erst, wenn er seine Position gegenüber dem Bild verändert, dann beginnen die Farben zu changieren und Robert Schaberls Arbeiten beginnen mit dem Betrachter zu interagieren. Möglich wird dieser Effekt dadurch, dass Schaberl den Farben spezielle Perlglanz Pigmente beimischt, die das Licht unterschiedlich reflektieren. Sie erzeugen je nach Betrachtungswinkel und Lichteinfall schimmernde, pulsierende Farben

Schaberl demonstriert den Glanz der speziellen Perlglanz Pigmente, die er für seine Malerei verwendet. (Film Still aus «Die Magie der Zentralformen» von M - Das Entdeckermagazin)

 

Der Künstler auf der Suche nach dem richtigen Pigment in seinem Atelier. (Film Still aus «Die Magie der Zentralformen» von M - Das Entdeckermagazin)

Einblick in das Atelier des Künstlers. (Film Still aus «Die Magie der Zentralformen» von M - Das Entdeckermagazin)

Vom Pinselstrich zu vielen Farbschichten

In Verbindung mit einer von Schaberl selbst entwickelten Maltechnik entstehen so einzigartige Werke in einer Grösse von bis zu 9 Fläche. Schaberls platziert seine Arbeiten liegend auf eine Art Drehscheibe, die der Künstler manuell in Drehbewegung versetzt. Dabei liegt Schaberl oberhalb des Werkes auf seinem Arbeitstisch und trägt geduldig eine lasierende Farbschicht nach der anderen auf.

Robert Schaberl bei der Arbeit: Er platziert eines seiner Gemälde am Boden auf die Drehscheibe, die ihm beim Malen der Werke zur perfekten runden Form verhilft. (Film Still aus «Die Magie der Zentralformen» von M - Das Entdeckermagazin)

2010 wagte Schaberl den grossen Sprung auf eine knapp 3400  Gebäudefassade, in dem er für einen Wettbewerb für die Gestaltung des neuen Chemiegebäudes der TU Graz eingeladen wurde und ihn gewann. Sein Konzept besteht aus einer Glasfassade, auf der sich die schematische Form eines Moleküls abzeichnet. Durch den Einsatz von denselben Effekt- Pigmenten, die er für seine Malerei verwendet, tritt die Molekularstruktur vor allem bei Sonneneinstrahlung zutage. Die Form des Moleküls auf der Fassade ist bewusst stilisiert - Schaberl konzentriert sich bei der Motivsuche auf eine molekulare Struktur, die sich für das riesige Querformat gut eignet und modifizierte sie für die Fassade. Ähnlich wie bei seinen Bildern wirkt auch hier die Struktur zu einem Mittelpunkt hin.

Detailansicht von Robert Schaberls Werk «ZF bright magenta naphtal red 7-8 / -7» (2004)

Ob Fassade oder Zentralformen, die Arbeit von Robert Schaberl verbindet die Sehnsucht nach Geschlossenheit und der Entdeckung der Mitte und so hofft er, dass seine Werke den Betrachter bewegen, von aussen wie von innen, und sich damit der schöpferische Kreis von Künstler und Betrachter schliesst.