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Intro

Cuno Amiet – Retrospektive zum 150. Geburtstag

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Zu Ehren des 150. Geburtstages von Cuno Amiet beleuchtet bromer kunst in einer Retrospektive das Œuvre des Wegbereiters der modernen Malerei in der Schweiz – mit ausgewählten Werken zu Sujets wie Bildnis, Selbstbildnis, Stillleben und Landschaft. Auf 1600 m² zeigt bromer kunst über 220 Werke Amiets aus acht Jahrzehnten. Darunter befinden sich auch Arbeiten, die noch nie an einer öffentlichen Ausstellung präsentiert wurden. Durch die grosszügige Unterstützung der Fondation Cuno Amiet, der Stiftung Schweizerisches Institut für Kunstgeschichte, einer Vielzahl von privaten Leihgebern und darüber hinaus Werken aus dem Eigenbestand der Galerie wurde es bromer kunst möglich gemacht, diese aussergewöhnliche Ausstellung zu realisieren.

Die Ausstellung eröffnete am Geburtstag des Künstlers, dem 28. März 2018. 
Ab der Vernissage wird für ca. zehn Tage der Garten der Oschwand, Amiets Lebensmittelpunkt, nachempfunden im grossen Saal des Hauses, vorzufinden sein – tatsächlich blühende Apfelbäume und Blumen lassen den von Amiet so geliebten Frühling in der Ausstellung Einzug halten, auch wenn es draussen möglicherweise noch schneit.

Unsere Ausstellungseinladung im PDF-Format können Sie hier abrufen.

Ein Vorgeschmack..

Cuno Amiet «Jüngling», 1916 (SIK-Katalog-Nr. 1916.40), © D. Thalmann, Aarau

Cuno Amiet «Blühender Obstgarten», 1916 (SIK-Katalog-Nr. 1916.46), © D. Thalmann, Aarau

Cuno Amiet «Winterlandschaft (rot)», 1928, WVZ-Nr. 1928.07, Privatsammlung Schweiz, © D. Thalmann, Aarau

Cuno Amiet «Blühende Bäume», 1922 (SIK-Katalog-Nr. 1922.21), © D. Thalmann, Aarau

Cuno Amiet «Frau mit rotem Hut (Emmy)», 1893 (SIK-Katalog-Nr. 1893.02), © D. Thalmann, Aarau

Cuno Amiet «Bauerngarten», 1908 (SIK-Katalog-Nr. 1908.24), © D. Thalmann, Aarau

Cuno Amiet «Obsternte II», 1914 (SIK-Katalog-Nr. 1914.31), © D. Thalmann, Aarau

Cuno Amiet «Bernerin», 1949 (SIK-Katalog-Nr. 1949.06), © D. Thalmann, Aarau

Cuno Amiet - Stillleben mit Zitronen, 1908, Öl auf Leinwand, 55 x 60 cm


 

Ausstellungsansichten

Themenspezifisches Ausstellungskabinett zur Farbe Gelb (Foto: Markus Beyeler)

Foyerbereich mit biografischen Texten und historischen Fotografien zu Cuno Amiet (Foto: Markus Beyeler)

Grosser Saal mit Monumentalgemälden Amiets (Foto: Markus Beyeler)

Die Wandfotografie im Raum der Stille zeigt Cuno Amiet auf der Oschwand im Jahre 1922. Im Raum ist die originale Staffelei für Plenairmalerei, ein Malstuhl sowie der Malkoffer und die Leinentasche des Künstlers ausgestellt (Foto: Markus Beyeler)

Blick in den Ausstellungssaal im EG von bromer kunst (Foto: Markus Beyeler)

Thematischer Ausstellungsraum zum Thema Bildnis (Foto: Markus Beyeler)

Thematischer Ausstellungsraum zum Thema Bildnis (Foto: Markus Beyeler)

Ein Ausstellungskabinett ist Anna Amiet, der Gattin und Lebensgefährtin des Künstlers, gewidmet (Foto: Markus Beyeler)

Neben dem Gemälde «Die Bernerin» steht die originale Tracht, welche die Porträtierte damals trug (Foto: Markus Beyeler)

Thematischer Ausstellungsraum zum Thema Selbstbildnis (Foto: Markus Beyeler)

Auch einige der selten ausgestellten Bronzebüsten von Amiet sind in der Retrospektive zu bewundern (Foto: Markus Beyeler)

Thematischer Ausstellungsraum zum Thema Landschaft (Foto: Markus Beyeler)

Thematischer Ausstellungsraum zum Thema Garten (Foto: Markus Beyeler)

Thematischer Ausstellungsraum zum Thema Garten (Foto: Markus Beyeler)

Thematischer Ausstellungsraum zum Thema Garten (Foto: Markus Beyeler)

Der nachempfundene Künstlergarten der Oschwand im grossen Saal von bromer kunst - dahinter Amiets Monumentalgemälde die «Obsternte(n)» (Foto: Markus Beyeler)

Die Mandoline des Künstlers aus der Pariser Zeit (Foto: Markus Beyeler)

Thematischer Ausstellungsraum zum Thema Stillleben (Foto: Markus Beyeler)

Cuno Amiets Arbeiten auf Papier (Foto: Markus Beyeler)

Blick in das Foyer von bromer kunst (Foto: Markus Beyeler)

Zur Ausstellung
Zur Ausstellung

Cuno Amiets künstlerischer Werdegang folgt der Entwicklungsgeschichte der Moderne, wie sie sich noch zu Lebzeiten des Künstlers herausbildete. Seine zeitnahe Übernahme nachimpressionistischer und frühexpressionistischer Stilmittel lässt es zu, ihn als Pionier der europäischen Malerei des 20. Jahrhunderts zu sehen. Die Retrospektive beleuchtet Amiets eigenständiges, reichhaltiges Werk von seinen künstlerischen Anfängen in Pont-Aven, gefolgt von seiner Mitgliedschaft in der «Brücke»-Gruppierung bis zu seinem fruchtbaren Schaffen im idyllischen Wohnatelier auf der Oschwand.  

Mit 24 Jahren hält sich Amiet im pittoresken bretonischen Fischerdörfchen Pont-Aven auf, wo sich der junge Künstler, angeregt von der sogenannten «Schule von Pont-Aven», von der akademischen Malerei, die er zuvor in München erlernt hatte, abwendete und begann, mit reinen Farben in neoimpressionistischer Manier zu malen. Während seines Aufenthaltes in Pont-Aven fand sich Amiet inmitten von avantgardistischen Künstlerkreisen wieder. Diese spornten ihn an, mit neuen Darstellungsweisen zu experimentieren. Er brach mit der akademischen Tonmalerei und verwendete fortan reine Farben für seine Malerei. Bei seiner Rückkehr in die vorwiegend konservativ gesinnte Schweiz fand er zunächst keinen großen Anklang damit. Dennoch beharrte er auf seinem Malstil und vermochte so mit den europäischen Avantgarde-Bewegungen mitzuhalten. Als Mitglied der Künstlergruppe «die Brücke», die heute als Wegbereiter des deutschen Expressionismus gilt, adaptiert Amiet in den Folgejahren eine dem Expressionismus getreuen Formensprache. Auf der Oschwand, einem ländlichen, auf einem Hügel gelegenen Weiler, lässt sich Amiet schliesslich nieder. Sein von einem prächtigen Garten umgebenes Haus etabliert sich künftig zu einem Zentrum künstlerischen Schaffens und einem Treffpunkt von Kunstinteressierten. Die idyllische Landschaft, unweit von bromer kunst, bei Langenthal, diente dem Künstler als Inspirationsquelle für eine Vielzahl Gemälde, Graphiken und Zeichnungen.

Für den Zeitraum dieser besonderen Ausstellung ändert bromer kunst die Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr.

So finden Sie uns.

Zum Künstler
Cuno Amiet
Solothurn, CH, 1868 — 1961

Cuno Amiet (28.3.1868, Solothurn - 6.7.1961, Oschwand) malte bereits mit 15 Jahren das erste Selbstbildnis. 1884 lernte er durch seinen Vater den Maler Frank Buchser kennen, bei dem er die folgenden zwei Jahre unterrichtet wurde. Im Herbst 1886 ging Amiet nach München und studierte dort an der Akademie der Bildenden Künste. 1887 begegnete er Giovanni Giacometti, der ein lebenslanger Freund für ihn wird. Im folgenden Jahr reisten sie zusammen nach Paris und Amiet begann ein Studium an der Académie Julian. Ab 1892 war Amiet jedoch zunehmend unzufrieden mit dem Akademieunterricht und entschied sich nach Pont-Aven zu gehen, wo er Gauguin und van Gogh entdeckte und die Grundlagen für seinen Kolorismus legte.
1894 konnte Amiet in der Kunsthalle Basel ausstellen, doch stiess seine Verwendung reiner Farben bei der Kunstkritik vorwiegend auf Ablehnung. 1898 erhielt er den Auftrag, ein Porträt Ferdinand Hodlers anzufertigen, wodurch ein intensiver Kontakt zu dem Künstler entstand und Amiet sich mit dem Jugendstil auseinandersetzte.
1905 stellte Amiet in der Galerie Richter in Dresden aus, wodurch die Brücke Künstler auf ihn aufmerksam wurden. 1906 wurde er von Erich Heckel zur Mitgliedschaft eingeladen und bereits im selben Jahr beteiligte er sich an der ersten Brücke-Ausstellung in Dresden.
1914 zeigte Amiet in einer Einzelausstellung im Kunsthaus Zürich 124 Werke. 1919 wurde ihm der Ehrendoktor der Universität Bern verliehen. Heute gilt Cuno Amiet als einer der wichtigsten Wegbereiter der Klassischen Moderne in der Schweiz.

 

Ausstellungen (Auswahl)

2018 Cuno Amiet. Retrospektive zum 150. Geburtstag. Meisterwerke aus acht Jahrzehnten, Bromer Kunst, Roggwil.
2011/2012: Ferdinand Hodler und Cuno Amiet. Eine Künstlerfreundschaft zwischen Jugendstil und Moderne, Kunstmuseum Solothurn; Bucerius Kunst Forum, Hamburg.
2011/2012: Amiet. «Freude meines Lebens». Sammlung Eduard Gerber. Kunstmuseum Bern.
1959: From Hodler to Klee: Swiss Art of the Twentieth Century. Tate Gallery, London.

Literatur (Auswahl)

Cuno Amiet. Retrospektive zum 150. Geburtstag, Ausst.-Kat. Bromer Kunst, Roggwil, 2018.
Cuno Amiet. Die Gemälde 1883–1919, Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft, Oeuvrekataloge Schweizer Künstler und Künstlerinnen 28, Zürich 2014.
Cuno Amiet. Von Pont-Aven zur «Brücke», Ausst.-Kat. Kunstmuseum Bern, 1999/2000; Musée Rath, Genf, 2000/2001, Mailand 1999.

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